

Die Tattenbach wohnten nicht in Zell, sondern nützten es als Jagdschloss und stellten es unter den Schutz der Göttin Diana. Er legte das Schloss trocken und ließ südseitig nur einen großen Teich bestehen, der im Zuge der Restaurierung zugeschüttet wurde. Erst Josephus Ferdinandus von Tattenbach beauftragte den kurfürstlichen Oberbaumeister Franz de Cuvilliés d.J. mit dem Neubau des Herrenhauses, den kurfürstlichen Hofmaler Christian Wink und den Münchner Theatermaler Josef Damian Stuber mit der Ausschmückung der Räume.
1821 kaufte Maximilian von Arco Valley den gesamten Tattenbachschen Besitz, nutzte ihn aber nicht lange und verkaufte das Schloss an den Markt Riedau. 1949 erwarb es die Gemeinde Zell an der Pram und brachte die Volksschule, den Kindergarten und 28 Wohnparteien darin unter.
Die Denkmalpfleger befürchteten einen gänzlichen Verfall des Schlosses und der Fresken, ein Viertel des Deckengemäldes war schon herunter-gefallen, und drängten auf eine Restaurierung. Die Gemeinde schreckte vor den hohen Kosten zurück und war heilfroh, als LH Dr. Josef Ratzenböck das Zeller Schloss zum Landesobjekt des Jahres der Denkmalpflege (1975) erklärte. Das Schloss wurde vom Land gepachtet, restauriert, zum Landes-Bildungszentrum bestimmt und im Jänner 1979 zur Feier der 200-jährigen Zugehörigkeit des Innviertels zu Österreich der Öffentlichkeit übergeben.
(Quelle: Hofrätin Prof. Dr. Katharina Dobler)